Budget Multiroom Audio Setup mit Max2Play – Das Wohnzimmer

Budget Multiroom Audio Setup mit Max2Play – Das Wohnzimmer

In diesem zweiten Artikel der Reihe „Schritt für Schritt zum Multiroom Audio Setup“ widmen wir uns der Ausstattung des Wohnzimmers mit einem Raspberry Pi und einer Digi-Soundkarte. Du erfährst hier, wie du ein solches Max2Play-Bundle aufbaust und an deine Audiogeräte sowie den Fernseher anschließt. Außerdem zeige ich dir, wie du die Max2Play Software einrichtest und mit dem Mediaplayer Kodi Musik und Filme abspielen kannst.

Wohnzimmer

Die meisten Leute haben einen Fernseher im Wohnzimmer stehen, vielleicht noch eine damit verbundene Soundanlage mit Boxen und ggf. einen AV-Receiver. Jede halbwegs moderne Soundbar und jeder AV-Receiver besitzt einen digitalen Eingang – sei es nun ein optischer („TOSlink“) oder ein Koaxial-Eingang. Daher ist der Einsatz einer digitalen Transporter-Soundkarte im Wohnzimmer für die meisten Haushalte die optimale Lösung.

Ich habe mich hier speziell für die Justboom Digi HAT Soundkarte entschieden, weil diese sich besonders für die Steuerung per Infrarot-Fernbedienung eignet, die ja eh in jedem Wohnzimmer in irgendeiner Ecke herumliegt. Der IR-Empfänger wird bei Bestellung über den Max2Play-Shop auch gleich mitgeliefert (allerdings muss dieser angelötet werden). Die Qualität der Audiowiedergabe wird bei einer Transporter-Soundkarte durch die HiFi-Endgeräte, also z.B. deinen AV-Receiver, bestimmt. Der Digi-HAT ist also dafür da, das Audiosignal so unverfälscht wie möglich weiterzuleiten und somit das Beste aus deinem Soundsystem rauszuholen. Mit allen Komponenten ist die Soundkarte im Bundle bei Max2Play schon ab 114,99€ zu haben.

Um herauszufinden, welche Digi-Soundkarte am besten zu deinem Setup passt, kannst du den Max2Play Multiroom Audio Konfigurator oder die Soundkarten Vergleichstabellen nutzen.

 

Zeit für den ersten Schritt! Hier bauen wir das JustBoom Digi Bundle auf und schließen es an die Audiogeräte an.

Wie man das Bundle aufbaut

1. Auspacken

Im Bundle enthalten sind folgende Teile:

  • Raspberry Pi 3B
  • Justboom Digi HAT Soundkarte samt Befestigungsmaterial (Schrauben etc.)
  • Gehäuse, bestehend aus 4 Plastikwänden samt 4 Gummifüßen
  • Netzteil für die Stromversorgung
  • microSD-Karte mit vorinstalliertem Max2Play Image

2. Ran ans Werk!

Hinweis: Wer seine Soundkarte per IR-Fernbedienung steuern möchte kann hier nachlesen, wie er einen IR-Empfänger auf dem Board verbaut und einrichtet.

Zunächst musst du die 4 Plastikabstandhalter durch die vorgegebenen Löcher des Pis führen und mit den Muttern von der anderen Seite fixieren, wie in diesem Bild zu sehen.

3. Karten zusammenstecken

Nun kannst du die Soundkarte auf den Raspberry Pi stecken. Dafür sind die sogenannten GPIO-Pins gedacht. Das sind 20 kleine Pin-Paare, die für die Übertragung von Daten zwischen Soundkarte und Pi sorgen. Am besten hältst du Pi und Soundkarte wie ich hier im Bild und drückst die Karte vorsichtig runter, bis sie fest auf den Abstandhaltern sitzt. Danach müssen nur noch die restlichen Schrauben von oben durch die Löcher der Soundkarte in die Abstandhalter geschraubt werden.

Stecke jetzt die Max2Play SD-Karte in den entsprechenden Slot. Falls du keine SD-Karte mit vorinstalliertem Max2Play Image (= Speicherabbild) erworben hast, gibt es auf unserer Webseite auch eine Anleitung, wie du das Image selbst auf eine SD-Karte brennst.

4. Das Gehäuse

Entferne die Schutzfolie von allen Gehäuseteilen und stecke die Gummifüße durch die 4 Löcher der Bodenplatte. Nimm nun den Raspberry Pi samt Soundkarte und stecke als erstes die linke Seite des Gehäuses darauf. Die Aussparungen der Seitenplatte sollten genau zu den Anschlüssen des Pis passen. Mache danach das gleiche mit der rechten Platte. Nun kannst du sie von oben in die Aussparungen der Bodenplatte schieben.

Du wirst feststellen, dass die Kopfhöreranschlüsse von Pi und Soundkarte verhindern, dass die Teile zusammengeschoben werden können. Ziehe deshalb ein wenig die Seitenteile der Bodenplatte auseinander. Wende dabei keine Gewalt an, damit das Gehäuse oder gar die Anschlüsse des Pis oder der Soundkarte nicht beschädigt werden. Zum Schluss kannst du noch die Deckenplatte aufsetzen. Auch hier musst du evtl. die Seitenwände der Bodenplatte ein wenig auseinanderdrücken.

5. Anschlüsse

Dein Max2Play-Gerät ist fertig aufgebaut! Jetzt fehlen nur noch die nötigen Anschlüsse an den Fernseher und den AV-Receiver (oder z.B. einer Soundbar). Um den Pi mit dem Internet zu verbinden, empfehle ich dir, ein LAN-Kabel zu verwenden. Du kannst ihn aber auch über WLAN ins Heimnetz integrieren. Nutze dazu beim Hochfahren des Pis entweder die WPS-Funktion deines Routers oder die automatische Access-Point-Funktion des Pis.

Nach dem Hochfahren und erfolgloser WPS-Suche wechselt der Pi dank Max2Play automatisch in den Access Point Modus, sodass du dein Gerät einfach per WLAN-Suche deines Smartphones (oder anderen WiFI-Geräten) finden kannst. Das Passwort ist dabei standardmäßig „mypasscode“. Bei erfolgreicher Verbindung kannst du dann die notwendigen Einstellungen in der Weboberfläche vornehmen, um dein Gerät mit dem Internet verbinden zu können.

 
Nun zeige ich dir, wie du die Weboberfläche deines Max2Play-Geräts erreichst und die Grundeinstellungen vornimmst.

Grundlagen und Squeezebox Server

1. Gerät einschalten

Je nach Soundkarte wird der Raspberry über den eigenen micro-USB Port mit einem 5V Netzteil oder über die Soundkarte betrieben. In unserem Fall werden sowohl Soundkarte als auch Raspberry Pi über den micro-USB Port des Pi mit Strom versorgt. Stecke das Netzteil ein und das Gerät wird hochgefahren. Hast du deinen Pi per LAN-Kabel mit dem Netzwerk verbunden oder beim Hochfahren des Pis WPS an deinem Router aktiviert, ist dein Gerät jetzt im Heimnetzwerk erreichbar.

2. Weboberfläche aufrufen

Die Max2Play Weboberfläche kann ganz einfach im Browser deines PCs oder Smartphones aufgerufen werden. Gib dazu in der Browserzeile „max2play/“ ein. (Sollte das nicht sofort funktionieren, kannst du auch die IP-Adresse deines Max2Play-Geräts eintragen. Diese findest du in der Weboberfläche deines Routers.)

Wenn du die Weboberfläche deines Max2Play-Geräts zum ersten Mal aufrufst, kannst du den Hersteller deiner angeschlossenen Soundkarte auswählen. In unserem Fall ist das JustBoom. Daraufhin wird ein entsprechendes Plugin für die Soundkarte geladen, woraufhin du die genaue Soundkartenbezeichnung auswählen musst. Das ist nötig, um die richtigen Treiber für deine Soundkarte zu laden.

Klicke anschließend auf Speichern und auf den Link in der nun erscheinenden gelben Meldung, um das Gerät neuzustarten. Wähle dann „Erweitert“ aus, um alles für die Einrichtung des Multiroom-Systems einzustellen. Daraufhin ist ein erneuter Neustart notwendig. Klicke nun noch auf den Reiter „Einstellungen/Reboot“ und ändere den Namen deines Geräts. So heißt dann auch später der Player, z.B. „Wohnzimmer“. Starte das Gerät dann noch einmal neu. Nun solltest du deine Lizenz aktivieren, um alle Premium-Funktionen von Max2Play nutzen zu können. Verwende dafür (je nach Bestellung) entweder deine E-mail Adresse im Shop oder einen Max2Play-Lizenzcode.

3. Squeezelite

Squeezelite ist unser primärer Audioplayer. Dieser ist Anspielstation vom Squeezebox Server und lässt sich über Jivelite steuern (weiter unten mehr dazu). Er kann in der Max2Play Weboberfläche gestartet und gestoppt werden. Da wir im Vorfeld bereits unsere Soundkarte und die erweiterten Optionen ausgewählt haben, müssen wir für Squeezelite keine weiteren Einstellungen vornehmen, es befindet sich bereits im Autostart. Auch die Audioausgabe über die Soundkarte wurde automatisch eingerichtet. Falls du den Audio-Output für Squeezelite ändern möchtest, kannst du dies in den erweiterten Einstellungen des Audioplayers tun.

Wir sind nun bereit, einen Server – die Grundlage für Multiroom Audio – auf unserem Gerät zu installieren.

4. Squeezebox Server

Der Squeezebox Server (oder auch „Logitech Media Server“) ist das Herzstück für Max2Play’s Multiroom Audio-Anwendungen. Du kannst ihn dazu nutzen, in mehreren Räumen gleichzeitig Musik abzuspielen, diese zu synchronisieren und ganz einfach mit dem Smartphone zu steuern. Klicke im Max2Play Webinterface auf den Squeezebox Server, wähle eine der verfügbaren Versionen aus (7.9, 7.9.1 oder 7.9 nightly) und Max2Play installiert das Programm nach einem Klick auf „Starte Installation von Squeezebox Server“. Geh dabei sicher, dass die Zeile „Alternative Packetquelle“ mit einem Link gefüllt ist, der deine gewünschte Version beschreibt. Ich empfehle dir die aktuelle Version 7.9.1 zu nutzen (Stand 01/2019). Nach abgeschlossener Installation ist die Squeezebox Weboberfläche durch einen Klick auf den großen blauen Button erreichbar.

Im nächsten Artikel zeige ich dir mehr zum Squeezebox Server und dessen Weboberfläche. Im Moment reicht es, ihn zu installieren, denn bereits jetzt können wir Jivelite – eine visuelle Steueroberfläche des Servers – auf einem angeschlossenen Bildschirm nutzen.

 
In diesem Abschnitt erfährst du, wie du die Plugins Jivelite und Kodi einrichtest und zur Wiedergabe nutzen kannst.

Jivelite und Kodi

1. Was ist Jivelite?

Jivelite ist ein Open-Source-Programm mit grafischer Oberfläche zur Steuerung aller Audioplayer im Netzwerk. Über den HDMI-Anschluss oder einen an das Max2Play-Gerät angeschlossenen Touchscreen kann es zur Visualisierung und Bedienung der Audio-Wiedergabe genutzt werden. Bevor du es startest, solltest du also einen Bildschirm (z.B. deinen Fernseher) mit dem Raspberry Pi verbinden. Die Oberfläche die zuerst erscheint, ist der Standard Linux Desktop.

2. Jivelite Starten

Jivelite ist beim Max2Play-Image vorinstalliert. Um es zu starten, navigiere im Webinterface zu Jivelite und klicke auf „Jivelite starten“. Du kannst es nun zum Autostart hinzufügen, die Taskleiste verbergen und Jivelite im Vollbildmodus starten, um die Grundeinrichtung abzuschließen. Auf dem Desktop siehst du jetzt die Oberfläche von Jivelite. Hier kannst du zunächst die Auflösung einstellen und Sprache wählen. Zur Erinnerung: Für die Audiowiedergabe müssen sowohl Squeezelite als auch der Squeezebox Server laufen. Ist dies der Fall, kannst du unter „Player wählen“ dein Max2Play-Gerät auswählen. Nun stehen dir alle Funktionen von Squeezebox zur Verfügung.

3. Musik- und Filmbibliothek mit Kodi

Kodi ist eine open-source Medienplayer-Software mit der du sowohl Videos und Fotos ansehen als auch Musik hören kannst. Kodi zeichnet sich vor allem durch die große Erweiterbarkeit durch Plugins aus. Um es zu starten, gehe zu Kodi/XBMC im Webinterface und klicke auf „Kodi starten“. Stelle in Kodi zunächst die Sprache auf Deutsch: Klicke oben links auf das Einstellungs-Zahnrad, dann auf Interface, Sprache. Um Kodi mit Medien zu speisen müssen wir zunächst Quellen hinzufügen, also die Orte, wo deine Medien-Daten gespeichert sind. Hier bietet sich z.B. ein NAS (Network Attached Storage oder Netzwerkspeicher) an. Die Daten können natürlich auch auf der Max2Play SD-Karte, einer externen Festplatte (direkter Anschluss an Raspberry Pi per USB oder Netzwerkfreigabe am Router) oder deinem PC liegen, solange sie in deinem Heimnetzwerk erreichbar sind.

Um die Audioausgabe für Kodi zu ändern, gehe zu Einstellungen/System/Audio und wähle deine Soundkarte oder HDMI als Ausgabegerät aus.

4. Quellen hinzufügen

Bevor wir die Quellen hinzufügen können, sollten wir zunächst den Netzwerkpfad auf den Raspberry Pi mounten, d.h. dass der Ordner in dem deine Medien liegen als Ordner im Dateisystem deines Raspberry Pi erscheint und du auf ihn zugreifen kannst. Dann können wir in Kodi unter „Quellen hinzufügen“ das Root-Dateisystem des Pis auswählen, den gemounteten Ordner suchen und als Quelle hinzufügen. Eine weitere Möglichkeit wäre die Dateien, die auf dem Raspberry Pi oder einem angeschlossenen Speicherlaufwerk (Stick/ext. Festplatte/SD-Karte) liegen, mittels eines Samba Shares ins Heimnetzwerk freizugeben. So kannst du deine Dateien auch anderen Geräten im Netzwerk (auf denen z.B. auch Kodi laufen könnte) zur Verfügung stellen. Nach erfolgreichem Hinzufügen einer oder mehrerer Quellen analysiert Kodi die Dateien und ruft automatisch Meta-Informationen wie Musik-/Filmtitel, Albumname oder Beschreibungen ab. Nun kannst du dein Max2Play-Gerät austesten, indem du einfach einen Musiktitel oder ein Video mit Kodi abspielst. Mehr Informationen zu Kodi gibt es hier: Kodi Wiki

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