Antikes Radiogehäuse in neuem Glanz mit Max2Play und HiFiBerry

Antikes Radiogehäuse in neuem Glanz mit Max2Play und HiFiBerry

Hallo liebe Max2Play Community,

Heute darf ich euch das wunderschöne Radio-Touchdisplay-Projekt von Jörg Baltschun vorstellen. Herr Baltschun hat ein verstaubtes, entkerntes Antikradio als ausgefallene Behausung für ein vollwertiges Max2Play Touchdisplay Bundle verarbeitet. Den Prozess in seiner Werkstatt, sowie die weiteren Software-Einrichtungen schildert er hier, ebenso wie den Hintergrund zu seinem Projekt und wie er auf die Idee kam. Weitere Einblicke und Upcycling-Projekte von Jörg findet ihr auf seiner Webseite MoRobo.


Hintergrund


Im Herbst 2018 hatte ich auf der A7 einen Tagtraum. Keine Panik, ich fahre immer mit Autopilot. Die Frage war: Warum müssen moderne Geräte nur so unglaublich hässlich und voller Plastik sein, wohingegen alte Geräte wie Röhrenradios zwar super aussehen, aber nichts können? Außerdem ist mir aufgefallen, dass unser Tablet, was ich mal für Smart Home angeschafft hatte, ständig von meiner Frau zum Zeitunglesen benutzt wird, aber niemals für Smart Home.

Wie wäre es denn, wenn man diese ganzen smarten Dinge in schöne Möbel und die Unterhaltungselektronik wieder in schöne Gehäuse einbaut?

Das brachte mich zu der Idee: Smarte Technik in alte Möbel und Geräte einzubauen. Das war dann so im August 2018. Mit dieser Idee im Kopf flogen meine Frau und ich dann nach New York und lernten auf der Steuben Parade einen Restaurator kennen. Nach einigen Bier und noch mehr Zigarillos erzählte ich ihm von meinem Traum für die berufliche Zukunft : High Tech Restaurator sozusagen.

„Jorg, i tell you, Jorg, that is the future, you should definitely do this!“

Ok, wieder zurück nach Hause habe ich mir überlegt am besten mit alten Röhrenradios zu beginnen, denn so ein versauter Schrank ist groß und schwer zu verstecken. Einige Stunden im Internet gingen dafür drauf, ein richtig geiles Multiroomsystem mit möglicher Smart Home Anbindung zu finden.

 

Es gibt da so ein Open Source Ding, was aber viel mit Shellprogrammierung zu tun hat und insgesamt extrem umständlich aussieht. Das war der direkte Konkurrent zu Max2Play.

Max2Play habe ich wenig später entdeckt und erstmal 1 bis 2 Stunden auf der Webseite verbracht. Dann habe ich das Impressum gelesen und dachte mir: Leipzig, die Jungs kommen aus dem dem Osten, da ruf ich mal an!
Zuvor hatte ich schon sehr gute Erfahrungen mit Firmen aus Ostdeutschland gemacht, die können schon was.

Nach einem sehr langen Telefonat mit extrem guter Beratung habe ich dann die Premium 5 Jahre Lizenz gekauft, einen Hifi Berry Amp2 und einen Drehregler.
Auf Lager hatte ich noch einen Raspberry Pi 3 und ein 7 Zoll Touch Display.
Insgesamt alles, fast alles, was man so braucht.

Jetzt fehlt nur noch ein Umbaugehäuse, was ich in einer bekannten Versteigerungshalle für kleines Geld in desolatem Zustand erwerben konnte. Tatsächlich war in dem Radio nix mehr, aber auch gar nix mehr drin. Meine Maxime lautet auch immer: Mach nix kaputt, was noch gut ist. Und so kaufe ich nur defekte Geräte zum Umbau.

Nach einigen Tagen war dann das Gehäuse da. Ich habe mich bewusst für diese Bauart entschieden und gehofft (denn Abmessungen gibt ja niemand mehr an), dass der 7 Zoll Monitor da irgendwie rein passt.


Aufbau


1

Ein ordentliches Brett anfertigen, wo dann die Geräte und Lautsprecher drauf können. Zunächst war es ein Gewinn, das Brett sauber rein zu bekommen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich von Holz nur, dass es brennt und vorher mal ein Baum war.

2

Ausschnitt für den 7 Zoll Monitor anfertigen.

3

Mal grob anpassen... Jo, das sieht schon ganz passend aus, also Pi dran und mal schauen, wie das so kommt.

Super!

4

Max2Play auf die Beere, Brett ins Gehäuse, einfache USB-Speaker dran und dann mal schauen.

5

Nach dem intensiven und autodidaktischen Kurs: „Wie bekomme ich runde Löcher in ein Stück Holz?“ habe ich dann die Speaker angepasst: Magnat Car Fit 87 - 8cm Koaxiallautsprecher. Die Entscheidung für gerade diese, hatte mehr mit der Größe und der praktischen Einbauart zu tun, trotzdem klingen sie recht gut. Außerdem wurde es dann auch Zeit den HifiBerry aufzusetzen.

6

Bodenplatte basteln, denn das Radio war von unten her noch sehr offen und die Technik war ja längst raus, also hatte man guten Blick auf die Tischplatte.

Aus den Resten der Trägerplatte konnte man noch schöne Platten schneiden...

... und dann fachmännisch verleimen. Im Hintergrund sieht man schon den Einschalter, dazu später mehr.

7

Gehäuse reinigen und aufarbeiten. Diese alten Radios sind teilweise in einem schlimmen Zustand. Also erstmal mit Schmierseifenlauge und Leinen den schlimmsten Dreck runter.

Sieht schon besser aus.

Alles konnte ich leider nicht beseitigen. Nun noch mit Schellack vorsichtig die Kratzer wegpolieren.

Eins vorweg:
Schellack kann einen in den Wahnsinn treiben. Am besten man sieht sich die Videos von Antik Greef auf Youtube an, da lernt man eine Menge. Allerdings, was ich nicht wusste sind 2 Dinge:

1. Isopropanol altert schnell, nach einem Jahr kann man den wegwerfen.

2. Hat man es mit dem Schellack übertrieben, kann man mit reinem Isopropanol nachpolieren.

Ich hatte auch bei diesem ersten Versuch viel falsch gemacht und habe dann viel nachpolieren müssen. Das ist nicht schlimm, nur viel Arbeit.

8

Nun war es endlich Zeit für den Bespannstoff und eine baldige Hochzeit aus Gehäuse und Trägerplatte.

Der Monitor sitzt schon mal, aber für den Einbau in ein Holzgehäuse ist dieses Ding die absolute Katastrophe, weil er dazu neigt, auseinander zu fallen. Er muss also mit Liebe und viel Heißkleber fixiert werden.

Hier sieht man auch die 2,5qmm Sommer Cable 225 MKII - SC-ORBIT, die in den Tests extrem gut abschnitten. In jedem Fall besser als der Klingeldraht, der mit den Speakern mitgeliefert wird. Der Strom kommt ebenfalls in den Hifiberry und auch das Netzteil ist etwas dicker. Leider sind die so fett, dass man die in den AMP2 reinquetschen muss und dann auch noch tüchtig isolieren, damit sich keine Äderchen berühren und kleine Kurzschlüsse am Verstärker bauen, dann wäre er dahin der Sound. Sicherlich wäre das auch mit dünneren Kabeln gegangen, aber das kann ja jeder. Außerdem sieht man noch den Anschluss des Drehreglers (Rotary Encoder), eine ganz feine Sache.

9

Nun mal ein Blick ins verkabelte Gehäuse:

Das silberne Ding ist ein LED 12 Volt Netzteil, genug für den AMP2, im Pi steckt ein 32GB USB Stick, Option auf HDD ist ja immer noch gegeben. Das unverschämt lange schwarze Kabel gehört zum externen USB Anschluss, mit dem man das Handy laden kann oder einen weiteren Stick anstecken, oder, oder, oder.
Damit das Gehäuse nicht unnötig ruiniert wird, habe ich nur die vorhandenen Bohrungen sinnvoll belegt.

Die Trägerplatte wurde mit Spax Schrauben in den vorhandenen Löchern befestigt.
Das sollte ewig halten.

Hier direkt im Test mit Squeezeclient auf Android, der dann auch direkt geladen wird. Erinnert Ihr Euch an die Einstellung : „Mehr Dampf auf die USB Ports“ ? Die ist hier aktiv.

Hier nun ein Client irgendwo in der Werkstatt.

10

Mein Lieblingsschritt...

...Anschließen, loslegen und genießen.

Ich habe Max2Play, bzw. den Squeezebox Server, mit meinem ioBroker Smart Home System verbunden und kann so ereignisbasiert schalten und walten. Nodered ist schon installiert und dann gibt es noch mehr Möglichkeiten in diesem Dreierverbund.


Fazit


Wenn man das hier liest, dann klingt es so, als wäre alles in wenigen Tagen entstanden. In Wirklichkeit habe ich Wochen benötigt, teilweise keine Zeit gehabt, teilweise wusste ich nicht wie ich das ein oder andere umsetzen soll, aber am Ende ist es mein absolutes Lieblingsradio geworden und ich werde noch ganz viele tolle Sachen mit Max2Play bauen.

Mehr von Max2Play:

Das HiFiBerry Amp2 Bundle

Mehr Community-Projekte

Die HiFiBerry HolidayBox

0 Kommentare

Eine Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*