Whity’s audiophiler HiFiBerry Streamer im klassischen Gewand

Whity’s audiophiler HiFiBerry Streamer im klassischen Gewand

Wir starten das Jahr 2017 mit einem ganz besonderen Projekt für euch. Unser User Whity hat einen Mediaplayer mit Display in Form einer klassischen HiFi-Anlage gebaut, der sowohl über ein Tablet, als auch direkt am Streamer selbst bedient werden kann. Um seinen hohen, audiophilen Ansprüchen gerecht zu werden, hat er sich viele Gedanken gemacht und eine interessante und durchdachte Komponentenwahl getroffen.

Ein frohes neues Jahr und viel Spaß beim Lesen:

HifiBerry by C. Weissbauer

In den letzten Monaten sind bei uns einige Max2Play-Clients entstanden, das System wird von der ganzen Familie (inkl. meiner Frau 😉 ) gemocht und eine komplette Infrastruktur, basierend auf einer Synology NAS, ist vorhanden.

Nun sollte noch ein Player für unser Musikzimmer entstehen, welcher in einer klassischen Hifi-Anlage betrieben wird und auch in der Kombination mit sehr hochwertigen Hifigeräten keinen klanglichen Flaschenhals bildet. Die Idee zu „Hifiberry“ war geboren.

Folgende Punkte ergaben sich als Pflichtvorgaben für das Bastelprojekt:

  • Natürlich eine möglichst hohe Audioqualität
  • Die Bedienung sollte auch klassisch am Streamer, also ohne Tablet erfolgen können
  • Gut ablesbares Display mit Titelangabe und Cover
  • Normbreite für Hifigeräte von 43,5 cm

1. Die Klangoptimierung

Wir haben einige Testsetups aufgebaut und letztendlich hardwareseitig drei Modifikationen gefunden, welche sich äußerst positiv auf die Audioqualität auswirken.

1.1. Auftrennung der Spannungsversorgung des DACs für die Wandler- und Ausgangssektion

Dazu wird auf der Hifiberry-Platine der Widerstand entfernt, welcher vor der Spannungseinspeisung der Ausgangssektion liegt und dort die Spannung separat eingespeist. Klingt kompliziert, ist es aber nicht! Eine genaue Beschreibung findet man im Hifiberry-Forum.

1.2. Den größten Einfluss haben die Netzteile

Klingen mit einem schlichten Steckernetzteil die Höhen recht scharf und die Konturen ungenau, stellt sich mit einer ordentlichen Netzversorgung sofort Besserung ein.

Meine Wahl fiel auf ein Doppelnetzteil von Thel Audioworld, da ich mit Thelprodukten schon in anderen Projekten sehr gute Erfahrungen gesammelt habe. Eine Netzteilhälfte versorgt alle Digitalkomponenten, die zweite ist der Ausgangsstufe des Hifiberry-DACs vorbehalten.

1.3. Mit der dritten Maßnahme wird der DAC vor Einstreuungen durch die Pi geschützt

Entweder durch räumliche Trennung, indem man die GPIOs von Pi und DAC mittels Kabel verbindet oder durch ein Abschirmblech. Aktuell nutze ich ein Stück Trafoblech, welches beidseitig mit Plexiglas elektrisch isoliert ist und mit Masse verbunden wurde.

Das Tastaturmodul stammt von Audiophonics aus Frankreich und funktioniert direkt ohne weite Treiber. Ich habe es von den Lautstärketasten befreit, da ich idese Aufgabe lieber dem Lautstärkeregler des Verstärkers überlasse.

2. Softwareanpassungen

Softwareseitig bin ich mit dem M2P-Image für Hifiberry DACs angefangen, downloaden, mit Win32DiskImager auf SD-Card spielen, Netzwerkkabel anschließen, booten, im Router die IP auslesen und dann im Browser das Konfigurationsfrontend aufrufen, indem man die IP in die Adresszeile eingibt.

Es wurde auf Updates geprüft und die fehlenden Plugins wurden installiert.

2.1. Display anpassen

Nach der Grundkonfiguration der Pi, mit Gerätenamen und Wlan, ging es im ersten Konfigurationsschritt an das Display.

In der Menüzeile “RpiDisplay“ wählen, das 7“-Display wählen und in den Grundeinstellungen folgende beiden Punkte aktivieren.

Nun wird die Anzeige so angepasst, dass Titel automatisch angezeigt werden und der Player über den Touchscreen bedienbar wird. Dazu wechseln wir zum Menüpunkt “Jivelite“, aktivieren Autostart und installieren das Joggler Skin für 7“-Displays, speichern und rebooten den Pi.

Anfangs habe ich lange nach der Einstellung für die automatische Anzeige des Skins gesucht. Dazu einfach, direkt am Player, in den Anzeigeeinstellungen den Bildschirmschoner auf “bei Wiedergabe → Titelanzeige“ einstellen.

2.2. Die Audioausgabe

Nun den Menüpunkt “Hifiberry“ wählen, den eingebauten HifiberryDAC anklicken, speichern und rebooten.

Als bevorzugte Einstellung wählen wir “Erweitert“ und klicken dann wähle diese Einstellung.

Nun die Digital Volume auf 85%, Analogue Playback Boost auf 0% und Analogue Boost auf 100% stellen. Bei zu hohen Werten für Digital Volume übersteuert der DAC leider, es macht aber Sinn mit diesem Regler zu spielen um die optimale Leistung zu erzielen.

2.2. Die Lautstärke

Im letzten Schritt wählen wir den Menüpunkt “Audioplayer“ und aktivieren die erweiterten Optionen vom Mediaplayer Squeezelite. Dort kontrollieren wir, ob Hifiberry als Soundkarte gewählt ist und fügen die Kommandozeilenoption “-o hw:0 -V Digital“ ein. Das sorgt dafür, dass die Lautstärke nicht softwareseitig manipuliert wird, sondern der Hardwaremixer diese Arbeit übernimmt.

Ich hoffe, gerade Einsteigern einen kleinen Leitfaden für den Start an die Hand gegeben zu haben.

Wer Interesse an weiteren Informationen hat, kann auch gerne meinen Homepage besuchen.

www.weissbauer.com

Updates zu dem Projekt findet ihr hier:

http://www.weissbauer.com/PiBox/

audiophile Grüße

Whity

 

Bei Interesse an diesem Gehäuse und ähnlichen Lösungen könnt Ihr zudem Whity selbst Anfragen stellen unter

[email protected]

 

Update:

Whity hat uns eine Teileliste zur Verfügung gestellt, damit ein Nachbau noch einfacher zu realisieren ist.

MAX2PLAY
– 1 Stück Raspberry Pi 2B oder 3B
– 1 Stück Original 7 Zoll Raspberry Touch Display
– 1 Stück Hifiberry DAC+ Pro
– 1 Stück Premiumlizenz Max2Play

– als Bundle kaufen
Thel Audioworld
– 1 Stück Netzteil Thel NT-25HQ-09

Ist in Vorbereitung, erhältlich ab ca. Ende Februar 2017
– 1 Stück Gehäuse

Aus dem Shop von Audiophonics
– 1 Stück Aluminium Druckknopf 5469
– 1 Stück Audiophonics Keyboard Controller XBMC 8435
– 2 Stück Micro USB Male Power Cable 9405
– 1 Stück Panel mount USB-A male to USB-A female
– 1 Stück Panel mount HDMI male to female 1.4
– 1 Stück Panel mount Ethernet RJ45 780
– 1 Stück Neutrik NYS367 rot 896
– 1 Stück Neutrik NYS367 schwarz 897
– 1 Stück Viablue EPC-1 Silver Unbalanced Interconnector Cable 6798
– 1 Stück Embase IEC Buchse mit Schalter und Sicherungshalter 8965

Diverses:
– 40 Pin FFC- Kabel 150mm zum Anschluss des Displays an die Pi
– M3 Gewindehülsen zur Montage des Patinen
– WLan-Stick Edimax EW-7612An V2
– USB-Hub
– Schrauben, Kabel…

 

3 Kommentare

  1. Usus 8 Monaten vor

    Toll gemacht. Auch optisch Klasse. Hut ab. Mir fehlt allerdings mindestens ein Digitalausgang.
    Dann darf man allerdings den digitalen Ausgang wenn man MCH an seine Anlage ausgeben will, nicht unter 100% einstellen. Wenn bei 100% was am analogen Ausgang verzerrt, dann stimmt was mit der Anpassung zum DAC nicht. Es gibt HiFi-Anlagen mit sehr guten eingebauten DAC`s. Wenn die digitale Lautstärke unter 100% eingestellt ist, kann man keine mehrkanaligen CD`s/DVD`s (z. B. dts-CD`s) streamen/abspielen. Bei einer Einstellung von unter 100% schalten die MCH-Decoder in den Geräten ab oder geben nur noch Geräusche von sich die nichts mit Musik zu tun haben. MCH-Decoder benötigen immer einen exakten digitalen Pegel.
    Für Dich wahrscheinlich unerheblich da Du kein MCH (Multichannel z. B. 5.1) benutzt. Tip: ausprobieren, es gibt tolle dts-CD`s (auch im Download), die Meisten klingen um Längen besser als in Stereo. Besonders ursprüngliche alte Quadro-Aufnahmen. Gleiches gilt auch für viele Musik-DVD.

  2. Jens 8 Monaten vor

    Tolles Projekt 🙂
    Mir fehlt nur eins: Die Einbindung des IR-Empfängers. Der ist Standardmäßig auf der DigiDAC+ drauf und kann im Openelec mit jeder verfügbaren IR-Fernbedienung angelernt werden.
    Gibt es dazu schon Gedanken?

  3. std 7 Monaten vor

    Hi

    cooles Projekt, sehr schön umgesetzt

    Interessieren würden mich noch die ngefähren Gesamtkosten des Gerätes, und der Link ins Forum wo die getrennte Stromversorgung erklärt wird

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