Multiroom-Audio System zum selber bauen

Einleitung

Ich möchte euch heute zeigen, wie man mit Max2Play, Raspberry Pi und High-End-Soundkarten ein Multiroom-Audio System erstellen kann. Dabei sind mir 2 Sachen wichtig: Es soll preiswert sein und man sollte im Heimnetzwerk überall Zugriff darauf haben.

Ausgangssituation

In diesem Beispiel soll in 5 Räumen Musik wiedergegeben werden können. Bei Bedarf, funktioniert das zeitgleich und synchron. Natürlich kann man mit diesen Beispielen auch andere Wohnsituationen nutzen. Da eine Hausverkabelung einer Miet-Wohnung nicht in Frage kommt und nur so wenige Kabel wie möglich verwendet werden sollen, entscheide ich mich für die Steuerung über WLAN.

Anmerkung: Hier stelle ich mein persönliches Set-up vor. Max2Play lässt sich sehr modular verwenden. Ihr könnt sowohl Musik als auch Videos abspielen. Es ist auch möglich nur ein Gerät mit Soundkarten-Erweiterungen für mehrere Räume zu verwenden (Multisqueeze-Plugin). Max2Play unterstützt auch Kodi (eine Open-Source Home Theater Software), Airplay (von Apple-Geräten) und über den Squeezebox-Server lassen sich sehr einfach Internet-Radio und Musik-Streaming Anbieter wie Spotify einbinden.

Räume & Geräte

Hier kann man die Räumen sehen und welche Geräte ich jeweils genutzt habe:

RaumSetupBundle inkl. Max2Play ImagePreis
WohnzimmerAnlage mit optischem EingangHiFiBerry Digi+ Bundleca. 130€
KücheAnlage mit RCA-Eingang7″ Touch Display Bundleca. 230€
BadezimmerAnlage mit RCA-EingangHiFiBerry DAC+ pro Bundleca. 130€
Schlafzimmerkeine Anlage / nur passive LautsprecherHiFiBerry / IQaudIO AMP+ Bundleca. 163€/pro Stück

Der Gesamtpreis beträgt für 5 Räume ca. 820€. Dabei kommt es dann darauf an, welche Geräte man verwendet und welche Zusatzartikel ausgewählt werden. Im Vergleich, ein Multi-Room-System, eines Anbieters wie z.B. Sonos, liegt bei ca. 2300€ für 5 Räume. Für eine Multiroom-Audio Lösung, die von einem Elektriker mit einer internen Hausverkabelung eingebaut wird, gibt man mindestens einen 5-stelligen Betrag aus.

 

Vorbereitung

Jetzt bereite ich die Geräte vor. Der Grund für die unterschiedlichen High-End-Soundkarten, sind die Anforderungen. Ich benötige einen optischen Ausgang (HiFiBerry Digi+), zwei RCA-Ausgänge (HiFiBerry DAC+ und IQaudIO DAC+) und eine Anlage um die passiven Lautsprecher zu betreiben (HiFiBerry AMP+/ IQaudIO AMP+).

Was wird benötigt:

In jedem Zimmer wird ein Max2Play-Bundle eingesetzt. Darin enthalten sind die benötigte Hardware und das Max2Play-Image.

Wohnzimmer

Anlage mit optischen Eingang

Hier verwende ich das HifiBerry Digi+ Bundle. Dieses bietet einen optischen und einen Coaxial Ausgang an.

Küche

Anlage mit RCA-Eingang

Hier verwende ich das Raspberry Pi 7″ Touch Display Bundle inklusive eines IQaudIO DAC+ als Soundkarte. Gerade in der Küche bietet sich eine Touchscreen-Steuerung an.

Badezimmer

Anlage mit RCA-Eingang

Hier verwende ich das HifiBerry Digi+ Bundle. Dieses bietet einen RCA-Ausgang an.

Schlafzimmer

Terrasse

Hinweis: Theoretisch könnte man hier und in den restlichen Räumen auch ein Raspberry Pi 2 (B) verwenden, jedoch benötigt man dann einen WLAN-Stick (Aufpreis – 9.99€), da nur der Raspberry Pi 3 (Aufpreis – 5€) über Onboard-WLAN und -Bluetooth verfügt.

Im Schlafzimmer und auf der Terrasse wird jeweils ein HiFiBerry AMP+ Bundle verwendet. Diese Soundkarte ist ein Verstärker zur Nutzung der passiven Lautsprecher. Dafür benötigt der HiFiBerry eine eigene Stromversorgung, das ist aber im Paket enthalten.

Ich habe mich hier für 8GB SD Karten entschieden, da ich meine Musiksammlung auf einer NAS liegen habe. Man kann gegen Aufpreise auch spezielle Anpassungen an den Bundles vornehmen. So z.B. eine größere MicroSD-Karte erwerben oder eine andere Soundkarte. Man sollte sich vorher Informieren welche Anschlüsse für die Geräte benötigt werden. Falls es dazu Fragen gibt, empfehle ich den:

Multi-Raum-Audio Konfigurator

Hier folgt eine Anleitung für den ersten Start und das Setup mit dem man die einzelnen Raspberry Pi’s konfigurieren kann. Das kann man erst einmal für alle Max2Play-Bundles durchführen

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Schritt 1

Raspberry Pi mit einem LAN-Kabel an den Router schließen. Nun das Gerät an die Stromversorgung anschließen und kurz warten.
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Schritt 2

Im Browser eines beliebigen Gerätes, welches mit dem Heimnetzwerk verbunden ist, in die Adressleiste des Browser – max2play/ eingeben und bestätigen. Es erscheint eine graphische Oberfläche in der ich sehen kann, welches Max2Play-Image verwendet wird (HiFiBerry oder IQaudIO).
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Schritt 3

Menü-Punkt – Einstellungen/Reboot – anklicken und dort in die Felder die E-Mail Adresse (welche beim Kauf des Bundles verwendet wurde) und einen spezifischen Namen für das Gerät eingeben (z.B. „Wohnzimmer“, „Küche“, „Bad“).

Ich empfehle dieses Video dazu

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Schritt 4

Nun geht man auf den Reiter – WLAN/LAN. Hier den Link für Scan starten nutzen, dort findet man dann den Namen des eigenen Routers. Alternativ kann man den Netzwerknamen (SSID) und den Zugangscode (WPA/WPA2) eingeben. Zum Schluss einen Haken in – Load WiFi Interface – setzen. Ist das getan kann der Raspberry Pi heruntergefahren werden über – Einstellungen/Reboot. Dann die Stromquelle und das LAN-Kabel von dem Gerät trennen. Nun die Stromquelle wieder anschließen und erneut auf das Gerät über den Browser zugreifen (hier: durch Eingabe von Wohnzimmer/)

Ich empfehle dieses Video dazu

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Schritt 5

Geht auf die Image-Startseite und wählt dort die bevorzugte Einstellung von Max2Play – „Advanced: A real multiroom audio player that integrates in a Squeezebox environment with powerful options for high-quality audio and a lot features“.

Hinweis: Bei einem Default-Image (ohne Vorkonfigurierte Soundkarte) muss unter HiFiBerry oder IQaudIO, die Soundkarte ausgewählt werden.

Damit ist die Vorbereitung der Geräte abgeschlossen und man sollte auf alle Geräte mit dem Browser zugreifen können. Nun komme ich im nächsten Schritt zu den individuellen Einstellungen.

Hier folgt nun die Anleitung wie man den Squeezebox-Server installiert und startet. Diese Anleitung ist nur für ein Max2Play-Gerät notwendig (hier „wohnzimmer/“). Ich empfehle ein Gerät welches einen zentralen Standort in der Wohnung besitzt. Falls lokale Musikdateien oder externe Musikdateien (innerhalb des Heimnetzwerkes) eingebunden werden sollen, empfehle ich dieses Video:

Einbinden von (Netzwerk-)Laufwerk

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Schritt 1

Geht auf den Reiter – Squeezebox Server – und installiert diesen mit der Version Nightly 7.9. Die Versionen werden euch erst angezeigt, nach einem Klick auf den Button – Zeige verfügbare Versionen. Wählt hier eine Version aus. Die Installation kann einen Moment in Anspruch nehmen.
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Schritt 2

Wählt nun – Webadministration öffnen – dadurch öffnet sich ein neuer Tab. Dort wird nun ein Anmelde-Fenster angezeigt. Keine Angst eine Anmeldung wird nicht benötigt, diese Seite kann einfach übersprungen werden.

 

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Schritt 3

Nun überspringt die anderen beiden Seiten auch noch (Musik-Ordner & Playlist-Ordner hinzufügen). Damit ist die Installation des Squeezebox-Servers geschafft. Als Test könnt ihr gerne das Internet-Radio ausprobieren.

Es fehlt jetzt nur die korrekte Anwendung um die anderen Player verwenden zu können. Dafür ist Squeezelite zuständig. Squeezelite ist bei jedem Max2Play-Image vorinstalliert. Diese Einstellungen müssen auch auf dem Squeezebox Server durchgeführt werden.

Geht nun auf den Squeezebox-Server (hier: wohnzimmer/) und öffnet die Webadministration. Nun kann man z.B. einen Radio-Sender auswählen. Wenn dieser läuft, kann man die einzelnen Player im oberen rechten Rand auswählen und verwenden (siehe Bild).

Nun ist alles erledigt und die Steuerung ist über den Browser eurer Geräte erreichbar. An den Max2Play-Geräten ist nichts mehr zu Konfigurieren. Der Squeezebox Server ist im Normalfall über den Port 9000 erreichbar (z.B.: wohnzimmer:9000/ im Browser eingeben). Es gibt auch die Möglichkeit iPeng 9 (iOS) und Squeezer (Android) als Remote-Steuerung zu nutzen. Diese Apps liefern auch eine vereinfachte Ansicht, die für mobile Geräte optimiert wurde.

Nun ist es auch möglich, Spotify im Squeezebox Server einzurichten. Hierfür empfehlen wir jedoch das Triode Plugin für den Squeezebox Server. Wie man dieses Plugin im Squeezebox Server nutzt könnt ihr hier sehen:

Spotify mit dem Squeezebox Server

5 Kommentare

  1. Renne 6 Monaten vor

    Hallo,

    ich persönlich empfehle Raspberry PIs mit IQaudIO Pi-DigiAMP+ (2x 35 Watt Nennleistung, Sampling-Raten bis 192 kHz) und passiven Lautsprechern. Der HiFiBerry AMP+ beherrscht nur 2x 25 Watt Nennleistung und Samplingraten bis 48 kHz (älteres TI-IC als IQaudIO Pi-DigiAMP+). Der IQaudIO Pi-DigiAMP+ benötigt für Vollausteuerung bei 20dB-Jumperung 15 VDC, bei 26 dB 19 VDC, läuft mit eingeschränkter Lautstärke aber auch mit 12 VDC Blei-Gel-Batterien (z.B. Grillhütte) und versorgt den RPi mit Strom. Im Wohnzimmer reicht mir das Netzteil der Fritz!Box 7490 (12 VDC, 2,5A). DACs verwende ich wegen des Qualitätsverlustes und der klobigen Analoganlagen nicht mehr. Wer Touchscreen und virtuelle analoge VU-Meter mag kann zum 7″-Display greifen.

    Gespannt bin ich auf den Nachfolger des Polyvection PlainAMPs der sich im Gegensatz zu HifiBerry- und IQaudIO-HATs auch mit USV-HATs vertragen soll (https://polyvection.com/shop/plainamp/). Vielleicht auch bald bei Max2Play?

  2. Ulf Schrader 6 Monaten vor

    Ich habe das Mutiroomprojekt bis zum Internetradio für zwei Play (raspberry pi 3) erfolgreich installiert. Nachdem ich das Airplay Plug in für den Squeezbox Server installiert habe läßt sich der pi nicht mehr starten. Das ist nun wiederholt vorgekommen. Kann mir jemand helfen?

    • Heiner 6 Monaten vor

      Hallo Ulf,
      Technische Fragen werden bevorzugt im Forum besprochen um die ganze Community an der Lösung teilhaben zu lassen. Wir haben deine Frage nun im Facebook-Post beantwortet. Bitte schreibe künftige Anfragen im Forum.

  3. std 6 Monaten vor

    Hi Christoph

    auch wenn das Milchmädchen mitgerechnet hat, du hast die passiven L für die Amps nicht eingerechnet, hast du im Fazit natürlich Recht das es günstiger ist als ein SONOS-System
    War für dich, wenn die LS vorhanden waren auch nicht relevant, wenn man den Preis für den Neuaufbau eines Mutiromsystems vergleicht, aber schon.

    Außerdem ist das System mit den Raspberrys flexibler, und den besten Server den man fürs IMO fürs Musikstreaming bekommen kann gibts obendrauf

  4. Theo 1 Monat vor

    Gute Idee, die Squeezetechnik so nun noch mehr zu verbreiten!!!!

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