Reply To: [SOLVED] Warum eigentlich kein Pi ohne Soundkarte im Shop?

25. Januar 2017 at 9:21 #26288

Hallo alle,

das ist interessant hier. Ähnliche Überlegungen habe ich auch angestellt beim Aufbau einer größeren Multiroom Installation. Die Aussage, theoretisch müsste der HDMI-Ausgang genau so klingen wie der SPDIF auf dem Audio Bord (zumindest solange man in der unterstützen Maximalfrequenz bleibt) fußt ja meistens auf der Annahme: Digital = Digital, daher kein Unterschied.

Ich spekuliere hier einmal nach reichlich Lesen diverser Lektüre zu diesem Thema. Please correct me if I am wrong 😉 Digital = Digital ist im Prinzip ja auch völlig korrekt. Im technischen Detail sieht es aber doch schon etwas anders aus. Die Signal-erzeugende Instanz (also der Pi oder das Audio Bord) müssen ja auch die notwendigen Signal- und Übertragungfrequenzen erzeugen können. Dieses kann im Prinzip nur aus den jeweils verfügbaren Quellen (den Oszillatoren auf den Bords) erzeugt werden und als clock Signale anderen Anwendungen zur Verfügung gestellt. Auf dem Pi haben wir etwa die folgenden Quellen (S. 102-108):

https://www.raspberrypi.org/wp-content/uploads/2012/02/BCM2835-ARM-Peripherals.pdf

Ein beliebiger Clock-Takt lässt sich ideal nur durch ganzzahlige Teilung einer schnelleren Clock erzeugen oder ich bekomme Jitter. Der Pi unterstützt dabei auch schon weitreichende Funktionen gegen dieses Problem, s. MASH. Ob und wie diese bei der Ausgabe eingesetzt werden ist (oder sollte) softwareseitig definiert (werden) afaik. Dazu müsste man schon in den Quellcode schauen (dazu hatte ich aber noch keine Zeit). Ein deutliches Indiz für eine Jitter Problematik ist, dass die HIFIBerry DACs eigene Oszillatoren haben (der pro sogar deren 2). Und die sind genau gegen dieses Problem:

DAC+

Um es nicht zu lang zu machen: zumindest könnte dies (Aufbereitung des Digitalsignals, möglicher Jitter) eine Quelle eines „gespürten“ oder wirklich „gehörten“ Unterschieds zwischen HDMI auf dem Pi und SPDIF auf dem Audio Bord sein. Wie dann die weitere Ausgabekette auf die nun unterschiedlich erzeugten digitalen Signale reagiert kann auch nur spekuliert werden. Vielleicht kann man es hören, vielleicht bildet man es sich ein. Allerdings kann man sich schon herleiten, dass es zumindest Unterschiede zwischen den Ausgaben über die verschiedenen Verbindungen geben könnte und nicht einfach „Digital=Digital“ gilt.